ÄRZTLICHE FORTBILDUNG: UMGANG MIT SEXUELLER BELÄSTIGUNG AM ARBEITSPLATZ

Aktualisiert: 10. März

Start: 1. April 2022, Anerkannt mit 27 Fortbildungspunkten



Die Prävention, Bewältigung und juristische wie therapeutische Behandlung von

sexualisierten Übergriffen stellen seit jeher ein Querschnittsproblem dar, das Fachleute

aus ganz verschiedenen Fachbereichen betrifft. Sexualisierte Übergriffe kommen in

allen Lebensbereichen, so auch am Arbeitsplatz vor. Das kann schwere Folgen für die

Betroffenen haben und den Unternehmen nachhaltig schaden.

Problematisch sind die Ergebnisse einer Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des

Bundes aus dem Jahr 2015: Die Hälfte der befragten Beschäftigten gab an, am

Arbeitsplatz eine nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbotene

sexuelle Belästigung selbst erlebt zu haben. Und: Mehr als 80 Prozent der Befragten

wussten nicht, dass Arbeitgeber dazu verpflichtet sind, ihre Beschäftigten aktiv vor

sexueller Belästigung zu schützen. Entsprechend wenige Präventions- und

Schutzmaßnahmen sind bekannt. Jede zweite Person hat angegeben, überhaupt keine

Maßnahmen zu kennen, die im eigenen Unternehmen gegen sexuelle Belästigung

ergriffen wurden. Insgesamt fehlt es an Informationen über Maßnahmen zur

Durchsetzung eines aktiven Schutzes vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz.

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz betrifft auch Ärztinnen und Ärzte sowie ärztliche

Psychotherapeutinnen und -therapeuten, sei es als Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber

(Schutzpflichten; Beratung und Behandlung), als Angestellte v. a. in Kliniken (Rechte

als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer) oder als Betriebsärzte in Unternehmen

(Beratung; erste psychosoziale Hilfe).


Ziele der Fortbildung:

  • Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz verstehen und analysieren können.

  • Rechtliche Aspekte sowie Pflichten der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber kennen

  • lernen.

  • Aufklären, beraten und erste Hilfe leisten können.

  • Folgen behandeln sowie geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen können.


Der Erwerb dieser Kompetenzen dient der Weiterentwicklung der beruflichen

Kompetenz zur Gewährleistung einer hochwertigen Patientenversorgung und

Sicherung der Qualität ärztlicher Berufsausübung sowie zum Erwerb interdisziplinärer

und fachübergreifender Kenntnisse und der Verbesserung kommunikativer und sozialer

Kompetenzen.



Permanent_Flyer
.pdf
Download PDF • 149KB




51 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen